21.7.06

auf heissem stein im regen stehen

wir alle tragen böse erinnerungen und gedanken und schmerz in uns. es heisst es braucht zeit, dass diese wunden heilen. aber manchmal reicht nicht einmal die zeit dafür aus. doch heilung kann man nicht erzwingen. man kann sich keine zeit festlegen und dann auf einsicht oder erlösung warten. man kann nicht extra zeit für sich nehmen, verreisen, und auf ein wunder hoffen. denn die heilung kommt in momenten, in denen wir sie nicht erwarten, überraschend, aber einfach. in augenblicken, wo unsere sinne geschärft sind und die seele sich öffnet. solche momente können wir nicht erzwingen, sie geschehen einfach, doch sind sie voller zauber, ja vielleicht magie. ohne zwang, ohne gedanken, ohne zweifel.
bei wind im herbstwald. wale singen hören. auf einem berg und bis an den rand der welt blicken. auf heissem stein im regen stehen.

25.6.06

Tränen der Nacht

Ein Spielchen der Gedanken, vielleicht zu persönlich, vielleicht gar nicht ich?


Ich wollte es nicht so, du wolltest es schön, würdig. Ich habe es zerstört mit ein paar Worten, weil nur durch Verletzen mein Herz ganz bleiben konnte.
Am liebsten hätte ich geweint. DIch angeschrien, geschlagen, verprügelt, dir weh getan, damit dir klar wird, was du mir angetan hast, mir antust.
Am liebsten es wäre schon vorher passiert, am liebsten das Schicksal würde mich nicht verspotten, Spielchen mit mir treiben, narren.
Wäre alles nur anders, sässe ich nicht hier und schriebe. Hundertausend Leben sind in dir, doch keines so wie du es willst. Sie streiten miteinander, konkurrieren, lästern, prügeln.
Eine Schlacht in mir, ein Feld voll toter und verwundeter Seelen und jede ist einzigartig, aber keine so, wie du wirklich bist. Ein Mosaik, zusammengebastelt aus Scherben vieler Seelen.
Ich wünschte ich käme klar.
Ich wünschte ich würde mich erkennen.
Ich wünschte, ich wäre nicht so menschlich. So schwach, so verloren.
Ich wünschte, die Sonne würde auf mich scheinen.

2.6.06

kunst auf deviantart

um mich ein bisschen populärer zu machen habe ich eine weitere seite auf www.deviantart.com eingerichtet.
dort gibt es ein bisschen mehr dinge anzuschauen als auf meiner hp , also alle kunstinteressenten bitte unter www.solstane.deviantart.com gehen und meine werke anschauen ^^

15.5.06

Hans Holbein in Basel

Vor ein paar Tagen hatte ich das Vergnügen, eine Hans Holbein Ausstellung über seine Werke, die er in Basel schuf, zu besichtigen.
Ich bin kein grosser Fan von Malerei, doch dies...

Zuerst ein paar Fakten:
Hans Holbein gehört zu den bedeutendsten Künstlern des 16. Jahrhunderts, kam 1515 nach Basel und schuf hier geligiöse Tafelbilder, Bildnisse und Wandmalereien. Wie es damals üblich war, malten die Künstler im Auftrag der Religion. Doch Holbein bricht häufig mit den Bildtraditionen und zeigt so sein Streben nach aussergewöhnlichen Formulierungen. Mit der aufkommenden Reformation und deren Bilderfeindlichkeit wandte er sich Richtung Frankreich und England und wurde schliesslich Hofmaler Heinrichs VIII. von England.

Nicht nur seine Handhabung mit dem Pinsel und seine ausgeprägte Wahrnehmung von Licht und Lichtstimmungen, welche in zahlreichen Faltenwürfen zum Ausdruck kommen, haben es mir angetan. Kleinste Bildnisse fertigte er so exakt und perfekt mit einer unvergleichlichen Genauigkeit an wie kein anderer. Und trotz des zum Teil kleinen Formats gibt es immer wieder etwas Neues darin zu entdecken; jedes Bild schreit nach einer eingehenderen Betrachtung, und wer sich diese Zeit nicht nimmt verpasst eine unglaubliche Vielfalt an Symbolik und vor allem vollendeter Malerei.

Doch genug geredet: Hier zwei seiner Werke, die mir am liebsten sind:

Beachtenswert ist die unglaublich echt wirkende Umsetzung und die Detailliertheit. Das Format ist etwa 30 auf 15 cm, also sehr klein.

Dieses Bild zeigt Jesus im Sarg udn trägt den Titel Leichnam Christi im Grabe. Was mir gefällt, ist, dass er überhaupt nicht verschönert, sondern Jesus als einen normalen verwesenden Leichnam darstellt und alles "göttliche" weglässt. Leider sieht man das Ganze nicht sehr genau, aber in Echt sind Füsse und Hände bereits grünlich.

Das Format hat die grösse eines Sarges, also ca 2 Meter lang, der Mensch ist 1:1 dargestellt. Dadurch gewinnt das Bild eine unglaubliche Anziehungskraft und steht man daneben, scheint es fast so, als würde man durch eine Glasscheibe auf den echten Leichnam Christi blicken.

Daneben hat Holbein zahlreiche Portraitstudien angefertig und Abbilder von Maria mit dem Kind oder Christus am Kreuz. Beeindruckend sind auch die Bilder vom Totentanz, welche zeigen, wie sehr er sich mit dem Tod befasst hat. Sogar ein Todesalphabet hat er entworfen, wo man auf ca 3 auf 3 cm den jeweiligen Buchstaben sieht zusammen mit winzigen Skeletten in verschiedenen Posen.

Uralte Skizzenbücher und die unglaublich informationsreichen Bilder lassen das Museum an den Zielort einer Schatzsuche erinnern und beim Verlassen beschleicht einem das Gefühl, soeben eine äusserts plastische Zeitreise in die Renaissance erlebt zu haben und man wünscht sich zurück in diese mystische Zeit.


http://www.totentanz-online.de/totentanz.htm

Hier findet ihr noch ein paar weitere Infos über den Totentanz, insbesondere die Darstellungen dazu von Hans Holbein.

9.5.06

aktmodell und montag morgen

da wird man doch nach erhohlsamer entspannung und zufriedener betrinkung an diesem schlimmsten aller tage aus dem bett geweckert, die augenringe schwärzer als je zuvor wobei die haut in all ihrer blässe einen kranken kontrast bildet und der blick in den spiegel einem schauer über den rücken laufen lässt.
montag morgen -.-
in der öv verhöhnen einem die üblichen ärgernisse, gedrängel und beschimpfungen flüstern, dass der montag gerade erst begonnen hat, und sie nicht die einzigen nervenbelastungen bleiben werden. ich spüre, wie meine gesichtsfalten sich vertiefen..
tatsächlich lässt die nächste gesundheitsbelastende nervtötende antiagecremeverspottende kacksituation (entschuldigung) nicht lange auf sich warten und präsentiert sich in der bösesten, heimtückischsten und arrogantesten form - einer frau. wobei die bezeichnung frau nach und nach ihre bedeutung verlor um dem treffenderen wort ziege seinen platz einzuräumen.
aber beginnen wir von anfang an, vom moment, als sie ihre 200 pfund in den zeichnungssahl der kunstschule rollte. dabei möchte ich anmerken, dass ich absolut nichts gegen übergewichtige menschen habe solange sie nett sind. wie auch immer.
leider hatten ihre ausmassen auch etwas positives, denn ein stämmiges, wohlgenährtes aktmodell zeichnet sich nun mal leichter als ein dürres skelett. *zerknitschtzugeb*
ihrer raumeinnehmenden form anscheinend nicht wirklich bewusst, hüpfte sie im saal umher, dass es nur so schwabbelt und wabbelt und präsentierte sich stolz in all ihrer...betörenden weiblichkeit o_O
die fingernägel (besser wäre der begriff krallen) abwechselnd neonorange und neongrün lackiert sind harmonisch auf das neonorange tuchgewuschel auf ihrem kopf abgestimmt, mit dem sie anscheinend das mädchen mit dem perlohrring ( bild von vermeer) nachahmen möchte. liebevoll hat sie dazu noch neonarange stulpen über ihre fesseln gestülpt, ansonsten ist sie nackich. unbedeutend, dass ich es hasse durch solchen firlefanz nicht jedes detail sehen zu können -.-
ich meine sie steht hier als aktmodell für skizzen und nicht in einem fotoshooting für postschwangere cellulitiswuchernde mittfünfziger zur präsentation von mode-(hää??)accesoires.

um das nächstkommende verstehen zu wollen müsst ihr zuerst folgendes wissen: der kurs dauert den ganzen morgen, also 3 stunden. es ist MONTAG, das heisst man hat viel zu erzählen über das wochenende und so. und: man kann auch arbeiten UND reden!
so sitzen wir also beim lockeren erfassen ihrer pseudoerotischen posen, plaudern und werden langsam wach. da man beim skizzieren den kopf meist nicht benützen muss, da man ja einfach das modell in sich aufnimmt (oder es versucht) und mit dem stift mal hier mal dort ein strichelchen macht, oder auch zwei, und da man ja nicht 3 stunden mit seinen gedanken allein sein will, ist es doch ganz natürlich das hier und da gespräche entstehen, natürlich während dem arbeiten. also. unser lehrer versteht das! sie aber nicht! so steht sie also da in ihrer herrlichkeit und schnauzt uns an, wir sollen ruhig sein, dies sei eine respektlosigkeit *schwabbelwabbelzeter"! und das am montag morgen! reden verboten, sämtliche fühler müssen ihre domintante zweifaltigkeit ( alte frau und mutter, denn schwanger sah sie aus, mein gott) abtasten. und obwohl ihr gehalt hoch ist wird sie doch wirklich nur fürs posieren bezahlt, denn einen lehrer haben wir schon. ihre dreistigkeit lässt uns alle tatsächlich verstummen und selbstsicher und zufrieden wirft sie den kopf in den nacken und misst uns mit einem arroganten und herablassenden blick. von ihren drei blicken, mit denen sie die welt misst, arrogant, megaarrogant, superarrogant, meine ich den letzteren.

es war schon fast ein wenig traurig, wie wenig ahnung sie von all dem hatte. jedes mal wenn ich ihr gesicht skizzierte (bitte bemerkt, ich sage szizzieren, das heisst für mich, zwei flecken für augen, einer flecken für mund) und sie dies bemerkte, öffneten sich ihre lippen wie die eines nach luft schnappenden fisches, die lieder halb geschlossen erstarrte sie förmlich zur salzsäule und liess so jede falte ihres gesichtes noch härter erscheinen. ich glaube sie wollte sinnlich aussehen. aber ich bin mir dessen immer noch nicht sicher.
ihre posen schienen sie jedes mal einen schritt näher zu ihrer grotesken erhabenen selbstverwirklichung zu führen und der bauch schwoll jedes mal ein bisschen mehr an. wenn sie sich in eine sitzende position begab nannte unser lehrer dies liebevoll "sie breitet sich aus".

kurz: ein traum von einem aktmodell -.-

keine ahnung, aber trotz montag und der damit verbundenen grünlichen haut und den schluchten unter den augen kam ich mir irgendwie...schön vor.

5.5.06

warten

als ich so hier sass auf meinem bett, kissen im rücken und den laptop auf den knien und ich wartete...da viel mir auf, dass wir alle eigentlich immer warten. auf den briefträger, auf eine eingebung, auf erfolg, auf die liebe deines lebens, das schiksal...wir sitzen hier und warten ab was passiert, doch wer schon ergreift selbst die initiative? wir warten aus angst, beim suchen enttäuscht zu werden und sitzen unsere zeit in müssigem dasein ab. das ganze leben warten wir auf irgendetwas und verkriechen uns in der hoffnung gefunden zu werden, statt selbst zu finden. feige versuchen wir uns eine abgesicherte welt zu erschaffen um das warten zu übertünchen, wir verkriechen uns hinter einer maske des glücklichsseins und sehen doch voller ungeduld und rastlosigkeit auf das, was vielleicht einmal kommen mag. statt dem leben mutig entgegenzustehen, enttäuschungen hinzunehmen und sich jeder situation anzupassen, sei sie noch so schlimm, warten wir lieber in der ungewissheit, ob die katastrophe passieren wird oder nicht. und geschieht es dann bricht für uns eine welt zusammen, auch wenn wir doch die ganze zeit darauf gewartet haben, weil wir es unbewusst ahnten oder bewusst verdrängten. statt in jedem einzelnen moment zu leben, geben wir lieber unser eigenes ich auf und leben ein (wenn meist auch unbewusstes) schattendasein.
so warten wir das ganze leben auf irgendetwas, doch das einzige was wir wirklich mit gewissheit finden werden ist der tod.

2.5.06

jaja, die öv

tatsächlich kam es so dass mein bus eine panne hatte, ich den zug verpasste und so zu spät zur aufnahmeprüfung kam. naja halb so schlimm, ich wurde weder gelyncht noch gefoltert, der zweite teil findet morgen statt und ich hoffe ich schaffe es -.-
zum neuanfang wurde heute die erste kirschbaumblüte gepflückt, hoffen wir sie bringt glück und stärke :-)